Es erstaunt mich immer wieder auf’s Neue, in welcher Art und Weise sich Gedanken entwickeln können. Kennt ihr das? Man denkt an irgendetwas, malt Bilder im Kopf, driftet dann aber ab. Jeder kleinste Funken, jede Idee, jeder noch so nichtige Ansatz wird als Anlass genommen, abzuschweifen - und irgendwann denkt man: “Nanu? Wo bin ich denn hier gelandet?” Vergebens versucht man, den Gedankenweg zu rekonstruieren, bis man durch Zufall wieder beim Ursprung angelangt ist. Kennt ihr das nicht? Schade.

Letztens las ich den Titel einer Band aus meiner Umgebung, die sich ‘Fahrstuhlkavaliere‘ schimpfte. Ein höchst eigenwilliger Titel, den mein Gehirn irgendwo zwischen Kurzzeitgedächtnis und Langzeitgedächtnis in eine verstaubte Ecke schob. Dort ruhte das Wort nicht etwa, es entwickelte sich weiter - und mutierte. So wurde aus dem Fahrstuhl schnell ein Rollstuhl. Liegt ja auf der Hand, ein Rollstuhl fährt ja auch, nicht unbedingt vertikal, aber immerhin. Auch die Kavaliere tauschten ihr gutes Benehmen gegen einen berittenen Untersatz und bewaffneten sich. So wurden aus den Kavalieren die Kavallerie. Die so entstandene Rollstuhlkavallerie speicherte sich also in meinem Gedächtnis ab. Für mich hieß die Band jetzt so. Rollstuhlkavallerie.

Ergab ja fast sogar Sinn. Gut, militarisch absolut sinnlos und humanistisch ein Debakel - aber hey, man sagt im Englischen ja auch ‘ride a wheelchair‘. Also kommt es ja nicht von Ungefähr.

Und so speicherte ich die Band Rollstuhlkavallerie in meinem Gedächtnis, bis ich erneut auf den, diesmal korrekten Bandnamen stieß und mich völlig entgeistert fragte: “Nanu? Wie komme ich bitte von Fahrstuhlkavaliere zu Rollstuhlkavallerie?’. Und es erstaunte mich immer wieder auf’s Neue, in welcher Art und Weise sich Gedanken entwickeln können. Kennt ihr das?

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