Wer bin ich eigentlich?
20. Februar 2008
Ja, ja. Es gibt sie ja, diese Fragen, die man absolut nicht gefragt werden will. Man möchte den Fragenden verletzen, in einen Zustanden permanenten Schmerzes versetzen, ihn verurteilen und geißeln, teeren, federn und ihn zwingen die gesamte Diskographie der Kastelruther Spatzen durchzuhören.
Diese Fragen, bei denen eine schnelle und einfache Beantwortung unmöglich scheint, die zu beantworten ein Lebenswerk ist. Ja, eben diese Fragen.
Jetzt kommen wir zum Klassiker, dem Allroundtalent in dieser Kategorie.
“Wer bist du?”
Wer ich bin? Wer ich bin? Woher zur Hölle soll ich wissen, wer ich bin?
Leute schreiben Biographien, machen jahrzehntelange Recherchen um Herauszufinden, wer eine Person ist, wie sie ist und funktioniert. Und ich soll in einem kurzen Statement mein Wesen wiedergeben?
Wie beantwortet man so eine Frage? Ich bin Mario Dederichs, 19, Oberstufenschüler an einem Sankt Augustiner Gymnasium? Kennt man mich dann? Würde man auf der Straße dann sagen “Aha, das ist Mario Dederichs, 19, Oberstufenschüler an einem Sankt Augustiner Gymnasium.”? Was sagt das über mich aus? Es gibt bestimmt andere Leute, die 19 sind und Oberstufenschüler. Sind die genau wie ich? Wie siehts mit anderen Mario Dederichs aus? Werde ich bald auch als Stern-Reporter arbeiten und eine Biographie über Reinhard Heydrich schreiben?
Was für eine Antwort erwartet man da?
Ich habe mich entschlossen, nur noch eine Antwort auf diese Frage zu geben: “Ich bin ich.”
Na ja. Schlauer sind wir trotzdem nicht.
Eine Antwort hinterlassen